346 Was für’s mäandernde Ankommen nötig war...
Ich wohne am Meer. Ich muss das ab und zu laut sagen, egal wer zuhört, nur um zu prüfen, ob es noch stimmt… tut es. Ich sitze in Wilhelmshaven, die Nordsee ist ein paar Minuten zu Fuß, auch wenn sie gerade von Nebel verschluckt wird. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, liegt da eine Stadt, in die ich mich mit zwölf verliebt habe, ohne zu wissen das mein „Wenn ich alt bin, ziehe ich her!“ bereits mit 44 geschehen wird. Aber so läuft das bei mir: nichts geradlinig, alles über Umwege und manchmal umständlich und unnötig anstrengend. Damit das klar ist: Dieser Text ist keine Heldengeschichte. Oder vielleicht doch, aber eine, in der der Held regelmäßig auf dem Boden liegt und sich fragt, ob es sich lohnt, weiterzumachen. Die Antwort war fast immer ja, aber das wusste ich damals nicht, ich hab oft einfach so weiter gemacht. Mein Leben ist ein Pfad, der durch die Landschaft mäandert, mal drei steile Stufen auf einmal rauf, mal einen halben Aufstieg wieder runter, mal ein Jahr im Schneckente...