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Es werden Posts vom Oktober, 2026 angezeigt.

346 Was für’s mäandernde Ankommen nötig war...

Ich wohne am Meer. Ich muss das ab und zu laut sagen, egal wer zuhört, nur um zu prüfen, ob es noch stimmt… tut es. Ich sitze in Wilhelmshaven, die Nordsee ist ein paar Minuten zu Fuß, auch wenn sie gerade von Nebel verschluckt wird. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, liegt da eine Stadt, in die ich mich mit zwölf verliebt habe, ohne zu wissen das mein „Wenn ich alt bin, ziehe ich her!“ bereits mit 44 geschehen wird. Aber so läuft das bei mir: nichts geradlinig, alles über Umwege und manchmal umständlich und unnötig anstrengend. Damit das klar ist: Dieser Text ist keine Heldengeschichte. Oder vielleicht doch, aber eine, in der der Held regelmäßig auf dem Boden liegt und sich fragt, ob es sich lohnt, weiterzumachen. Die Antwort war fast immer ja, aber das wusste ich damals nicht, ich hab oft einfach so weiter gemacht. Mein Leben ist ein Pfad, der durch die Landschaft mäandert, mal drei steile Stufen auf einmal rauf, mal einen halben Aufstieg wieder runter, mal ein Jahr im Schneckente...

Änderungen im Blog

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In diesem Blog wird sich demnächst einiges verändern. Genauer: Ich verändere es, und ich sage euch offen, wie und warum. Bisher sind hier immer wieder zwei Dinge ineinander geflossen: autobiografische Texte und gesellschaftskritische Essays. Beides kam von mir, beides lief hier. Das war nie falsch, aber es war auch nie sauber getrennt. Jetzt wird es getrennt, und zwar so: Hier schreibe ich ab jetzt hauptsächlich über mein alltägliches Leben. Mehr oder weniger ein Blog über das Durchschnittliche. Eben nicht, weil es außergewöhnlich wäre, sondern gerade weil es gewöhnlich ist. Denn diese Arbeit war mit jedem Wort von Anfang an politisch, auch wenn ich nicht noch extra Warnhinweise dran geklebt habe. Ich bin seit Jahren der Meinung, unsere Zeit braucht genau das: klarzumachen, was jeder von uns zu verlieren hat. Ein gewöhnliches Leben mit persönlichen Freiheiten und ohne Angst braucht es: in einer Demokratie, in einem Rechtsstaat, in einem Sozialsystem, im Frieden, in einer lebbaren Umwel...

Die Suche nach Kuttern und das finden von Zufriedenheit

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Ich bin angekommen. Das heißt nicht, dass ich nie wieder irgendwo hingehen werde. Es heißt nur, ich bin endlich zu Hause. Hier, an der Küste, bei meinem Hobbit, in dieser Küche, in diesem Land, in meinem Leben, in meiner Musik, in meiner Arbeit. Ich bin angekommen. Und jetzt habe ich Angst, es zu verlieren. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich Angst dieses Leben wieder zu verlieren. Weil es teuer war, hierherzukommen. Unzählige Stunden etwas über die Welt und mich selbst lernen, durchleiden, verstehen. Milliarden von Zufällen noch obendrauf, die mich werden ließen wie ich bin. Dutzende Menschen, die mir auf angenehme oder auch weniger angenehme Art etwas über das Leben lehrten. Es war unglaublich teuer in meinem Leben anzukommen und ich befürchte manche sind bereit die Grundlagen dafür leichtfertig zu riskieren. Ich hab dagegen gekämpft, mit Engagement in Social Media, in endlosen Diskussionen mit Fakten, Argumenten und aller Geduld zu der ich fähig bin. Es frisst einen. Ir...

Gedankenexperiment: Morgen wachst du in einer Autokratie auf

 Wie es dazu gekommen ist, spielt für dieses Gedankenexperiment keine Rolle. In dieser Welt gehörst du zu der gesellschaftlichen Gruppe, die von der neuen Regierung bevorzugt wird. Vielleicht hast du diese Regierung sogar gewählt oder würdest sie wählen, das spielt für das Gedankenexperiment keine Rolle. Du bist aber nicht als Gegner der Regierung bekannt. Wer an der Macht ist, spielt keine Rolle. Du darfst nicht mehr wählen, wer das Land regiert. Der Staat hat die Macht und entscheidet, wo er sich in dein Leben einmischt und wo nicht. Was hast du Angst zu verlieren? Wichtig: Mich interessiert nicht, wen du real gewählt hast, wen du wählen würdest oder warum du eine bestimmte Partei gut oder schlecht findest. Mich interessiert nicht, welcher Staatsform du vertraust. Mich interessiert nicht, was du an irgendeiner autokratischen Staatsform eventuell gut finden könntest. Mich interessiert nicht, ob du das Szenario für unrealistisch hält...

Ist euch bewusst, was ihr persönlich riskiert, wenn ihr die Demokratie riskiert?

Mir geht es hier weder um eine Diskussion darüber, welcher Wähler als bürgerlich, rechts, rechtsextrem oder demokratiefeindlich gilt, noch um rationale Gründe für die Wahlentscheidung. Ich möchte auch nicht die Ängste diskutieren, aus denen Menschen bereit sind, die AfD zu wählen. Einen Teil der Ängste teile ich durchaus, andere nicht. Aber auch das ist nicht das Thema. Es geht mir um eine einzige Frage: Ist euch bewusst, was ihr persönlich, für euch selbst und euer engstes Umfeld, riskiert, wenn ihr die Demokratie riskiert? Genau diese Fragen sind ein Grund dafür, dass ich momentan kaum noch Sinn darin sehe, ausführliche Essays zu schreiben. Deshalb frage ich einfach mal. Vielleicht bekomme ich Antworten. Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte sind für mich keine abstrakten politischen Konzepte. Sie sind die Grundlage meines Lebens.

Die Welt will brennen. Soll sie doch.

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2020 und 2021 schaute ich entgeistert aus dem Fenster auf Hippies, auf Menschen mit Kindern, die gemeinsam mit Rechts Außen in Massen an meinem Fenster vorbei demonstrierten. Sie demonstrierten angeblich gegen eine Diktatur. Es wirkte eher, als würden sie für eine demonstrieren. 2022 zog ich mich zurück, weil ich den Eindruck hatte die Schwurbler wollten die Welt anzünden. Ich dachte mir: „Wenn sie brennt, hol ich Popcorn.“ 2023 stürzte ich mich zurück ins Leben. „Noch brennt sie nicht. Jetzt noch ne Scheibe Leben abschneiden.“ 2024 lebte ich in bewusstem Hedonismus so ungesund wie möglich. Wer will schon alt werden in einer Welt, die unbedingt brennen will. Anfang 2025 machte ich verzweifelt Wahlkampf für die Demokratie, wie ein zu oft geprügelter Hund kämpfte ich verzweifelt, nicht immer klug. Ab Mai 2025 schrieb ich. Persönlich, gesellschaftskritisch, politisch, philosophierend… ich erhob immer wieder meine ganz durchschnittl...

340 Ein vorgeschobenes Abenteuer

12.10.2026  Ich verkünde feierlich, dass auch vor dem Abenteuer in Azeroth noch ein besonderes Highlight ansteht. Der Capybara meinte auch an den Zockerabenden nur ungern hier vor Ort auf mich verzichten zu können. Deshalb darf ich mir hier eine Gamerecke mit möwengerechten Gebrauchtteilen errichten... und vorher noch das Betriebssystem wählen. Ich habe dich gewählt: CachyOS. Nach meinem Einstieg in Mint Linux... ist es Zeit noch mehr zu fluchen und sich Arch zu stellen. YouTube-Playlist zu Linux Mint, meiner Zimt Minze 14.10.2026 Die Gamerecke "Möwenspielzeug" wurde gestern erfolgreich und sehr stressfrei eingerichtet. Nun kann hier abends auch in Azeroth gewandelt werden.

339 Das Gelübde von Azeroth

Es begab sich aber zu einer Zeit, dass ein spezieller Gamer keine innere Ausrede mehr fand, sich endlich eines Versäumnisses anzunehmen. Dreißig Jahre saß er vor geliebten Geräten und bereiste digitale Welten. Er führte Armeen in die Schlacht, errichtete Städte, baute Handelslinien auf und brachte ganze Zivilisationen zu ungeahntem Wohlstand oder in den, seiner Ansicht nach, wohlverdienten Untergang. Seine frühen Jahre gehörten der Echtzeitstrategie. Später kamen die Städtebauspiele. Besonders die Werke von Impression Games sollten ihn über viele Jahre hinweg an den Bildschirm fesseln: Zeus: Herrscher des Olymp , Pharao und Der erste Kaiser . Ganze Äonen der Spieleentwicklung gingen an ihm vorbei, während er dort Städte errichtete, Wirtschaftskreisläufe optimierte und sich um die Bedürfnisse seiner Bevölkerung kümmerte. Dann kamen die Rollenspiele. Dragon Age: Inquisition und The Witcher 3 allein brachten ihm mehrere tausend Spielstunden. Auch die Onlinewelten blieben ihm nicht völl...

338 Einnorden

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08.10.2026 Ich bin heute nach Süden gegangen, um mich einzunorden. Das klingt erst einmal falsch, aber der Südstrand in Wilhelmshaven heißt nicht zufällig so, er ist tatsächlich nach Süden gerichtet. Deshalb sieht man auf den Fotos von hier aus das andere Ufer der Jadebucht, also Dangast. Ich habe vorher Wäsche gewaschen und war bei der Apotheke, nichts episches. Aber ich brauchte mal wieder das Meer um dem ewigen Hintergrundrauschen der Sorgen etwas entgegen zu setzen. Das Wetter heute war: Nordsee. Mal regnet es, dann bricht der Himmel auf und fünf Minuten später glitzert die Sonne auf dem Wasser, als hätte es den Regen nie gegeben. Das Gras leuchtet plötzlich so grün, als würde es an einem Wettbewerb teilnehmen. Dann wieder Regen. Der Wind war dagegen für hiesige Verhältnisse heute gar nicht einmal besonders stark. Das Wasser ist relativ glatt, die Wellen klein. Ab und zu eine Möwe. Die erwachsenen Möwen fehlen mir, scheinbar sind die meisten von ihnen schon nach Süden gezogen. Nur ...