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Posts mit dem Label "#Autobiografie" werden angezeigt.

Achievement 🏆 1 Jahr veröffentlichen

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Der älteste veröffentlichte Text den ich finden kann, der nicht aktualisiert wurde seitdem (ich habe die meisten ja aktualisiert, überarbeitet, wieder offline gestellt, wieder online gestellt, weil es immer “Work in Progress” ist) der älteste Text wurde also offiziell am 27. Mai 2025 veröffentlicht. Ich weiß aber, dass ich am 8. Mai 2025 den Brief an Pete als erstes gepostet habe. Für mich ist also heute mein großes Achievement, ein Jahr veröffentlichen. Ich habe natürlich vorher schon immer in Foren geschrieben und so, also nicht ganz privat, aber dieses wirkliche Veröffentlichen als Werk, als Projekt, das ist heute ein Jahr. Im Hauptblog sind seitdem… 274 Beiträge entstanden. Ich habe wie geplant, über alles Mögliche geschrieben. Im Hauptblog nicht die ganz speziellen Geschichten, aber alles Mögliche. Ich habe eine Kurzchronologie meines Lebens gemacht in zwölf Teilen. Ich habe über meine Süchte gesprochen. Ich habe über die DBT gesprochen. Ich habe über unsere Tiere g...

220 A Child of Big Fish

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Da sich Geschwister nun mal Eltern teilen, rede ich hier immer von unseren Eltern, auch wenn meine Geschwister möglicherweise andere Ansichten zu ihnen haben. Kennt ihr den Film "Big Fish"? Wir sind mit zwei Big Fish aufgewachsen. Damit meine ich nicht Menschen, die Geschichten erfinden. Unsere Eltern haben beide auf ihre Art so manche Geschichte übertrieben, aber nicht erfunden. Sie haben dieses Leben tatsächlich gelebt. Und wenn Menschen so leben, dann wirken sie auf andere irgendwann wie Figuren aus Geschichten, selbst wenn alles wahr ist. Unser Vater war äußerlich kein großer Mann. Etwa eins siebzig groß, Bauch, nur ein Arm nach einem Unfall (ok, das Detail ist an sich schon wieder "Big Fish"). Trotzdem konnte er einen Raum füllen, als wäre er riesig. Er war cholerisch, stur wie die Hölle, rücksichtslos seiner Familie gegenüber, ein Querulant, ein Musiker und ein Lump, aber gleichzeitig gebildet, intelligent, humorvoll, ein guter Freund und voller Energie. Er sp...

218 Innere Rechtsprechung III – Der Henker streikt

Ich antwortete Pete also, weder freundlich noch diplomatisch. Der innere Richter hatte sich schließlich aus der Sache zurückgezogen und ich fühlte keinerlei Bedürfnis mich zu entschuldigen. Pete blieb trotzdem überzeugt, im Recht zu sein. Das war vielleicht der Moment, in dem etwas zwischen uns endgültig zerbrach. Pete blieb bei seiner Meinung, dass seine Probleme wichtiger seien als meine. Dass jemand seine eigenen Schwierigkeiten als viel wichtiger bewertet als die eines angeblich geliebten Menschen, erschien mir nicht nur unfair, sondern schlicht absurd. Während wir weiter miteinander stritten, fiel mir etwas Merkwürdiges auf... Der innere Richter meldete sich weiterhin nicht. Für ihn galt Pete nun als zu ungerecht, als dass meine eigenen Entgegnungen noch betrachtenswert gewesen wären. Das bedeutete allerdings auch, dass ich plötzlich etwas tun musste, was ich vorher kaum geübt hatte: selbst entscheiden, wann ich nachgebe und wann ich einfach sage, dass mir etwas zu weit geht. Und ...

216 Innere Rechtsprechung II - Der Richter schweigt

Der Henker verschwand also nicht sofort aus meinem Kopf. Das führte zu einer Situation, die ich damals selbst kaum fassen konnte. Und das war so seltsam es klingt, ein Streit auf WhatsApp mit Pete. Wir schrieben hin und her, und wie leider so oft in solchen Gesprächen verschob sich der Ton immer weiter. Irgendwann ging es längst nicht mehr um das ursprüngliche Thema, sondern nur noch darum, wer gerade den schärferen Satz formulieren konnte. Pete machte sich über mich lustig. Nicht einmal, sondern immer wieder. Oft kam irgendeine Variante von „haha“, „Mimimi“ oder etwas ähnlich Herablassendes zurück. Auch bei Dingen, die für mich wirklich ernst waren. Irgendwann schrieb ich einfach einen Satz, ohne groß darüber nachzudenken: „So ist das Leben.“ Ein völlig unspektakulärer Satz. Einer dieser Sätze, die Menschen ständig sagen. Er sagte das habe sein verstorbener Vater immer gesagt, ich dachte (wenig erwachsen, das ist mir klar): "So jetzt kriegst du es zurück." und schrieb noch m...

Kapitel 3 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

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Kapitel 3  Du bist überflüssig Ich erinnere mich an meinen ersten Schultag. Ich sah die Buchstaben an der Wand, erkannte fast alle und dachte: „Das wird gut!“. Dann bekamen wir Sitzplätze und ich wusste schnell: „Das wird auch Hölle!“. Man sollte sich einen Platz suchen. Die anderen Kinder wussten offenbar, wohin sie gehörten, sie bewegten sich mit einer Selbstverständlichkeit, die mir fehlte. Ich war nicht im Kindergarten gewesen, kannte die unausgesprochenen Regeln nicht. Ich kam neu dazu und spürte zum ersten Mal, was mich seit dem begleitet: „Du bist hier nicht willkommen“.  Dass ich dort saß, war nicht von Dauer. Ich wurde umgesetzt, zwischen die Jungs. In diesem Alter ist das keine neutrale organisatorische Entscheidung, sondern eine weitere Markierung als „nicht passend“. Niemand sprach mit mir, aber die Botschaft war klar.  In den Pausen wich ich aus, nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Überforderung. Ich wusste schlicht nicht, wie man Anschluss findet, und mei...