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Posts mit dem Label "#Kapitalismuskritik" werden angezeigt.

133 🛠️ Arbeit als Religion - Nützlichkeit als Absolution

Dies ist meine persönliche Einschätzung auf Grund meiner Erfahrungswelt, es gibt Theorien die in eine ähnliche Richtung zeigen, aber die will ich hier gar nicht versuchen zu erläutern, denn dass haben klügere bere its getan. Arbeit als Grundreligion in „westlichen" Gesellschaften Wie oft ich Sätze gehört habe, die wie folgt aufgebaut waren: „Er*sie war zwar [hier beliebige schlechte Eigenschaft einfügen], aber war immer fleißig." Fast eine Absolution fürs schlecht sein. Oder auch ein Klassiker: „Ich habe nichts gegen Ausländer, solange sie arbeiten.". Das drückt beides die Haltung aus, das Arbeit und Fleiß jemanden wertvoll machen, das Nützlichkeit über den Wert eines Menschen entscheidet. Denn im Umkehrschluss kann man es interpretieren als: Wer faul ist, wer nicht arbeitet ist wertlos, oder zumindest wertloser, als ein schlechter Mensch der Fleiß zeigt. In einem älteren Text habe ich mich bereits mit Faulheit als „Sünde" und Fleiß als „Tugend" bes...

127 HOLY! Die Influencer-Weihe mit der Kraft des Marketings

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 Kennt ihr HOLY? Wenn ihr jetzt nein sagt, habt ihr entweder gerade vergessen, wovon ich rede, oder ihr seid einfach nie auf YouTube, TikTok oder Instagram unterwegs gewesen. Ihr wart nie da, wo im deutschen Internet gestreamt, geredet, verkauft und gesegnet wird. Ist okay. Dann erkläre ich es kurz. HOLY ist kein Sponsor. HOLY ist DER Sponsor . HOLY ist kein Influencer-Marketing. HOLY ist DAS Influencer-Marketing . Es gibt natürlich andere, aber sie sind irrelevant. Das entscheidende Kriterium, ob du in Deutschland Influencer bist oder nicht, ist heute die HOLY-Anfrage. Ob du ja oder nein sagst, spielt keine Rolle. Du wirst schon Gründe haben, dich dagegen zu entscheiden und du wirst sie uns mitteilen. Wenn du ja sagst, erfahren wir es sowieso. Du machst dann Werbung. Für HOLY. Und das bockt niemanden mehr. Wir sind das gewohnt. Jeder hat einen Code für HOLY. Jeder Influencer, der auf jemanden reagiert, sagt: „Ihr könnt ja auch bei ihr*ihm kaufen, aber mein Code b...

113 Firmenfeudalismus II - Die Herren der Infrastruktur

  Vom Staat zu den Herren Privatisieren ist seit den 90ern in Deutschland wie ein Naturgesetz behandelt worden. Bahn, Post, Krankenhäuser, Telekommunikation – Stück für Stück wurde die Grundversorgung abgegeben. Begründung: Der Markt sei effizienter. Ergebnis: eine Infrastruktur, die weder verlässlich noch gerecht funktioniert. Wer heute im Osten lebt und einen Bahnhof sieht, der nicht mehr angefahren wird, oder in einer Region ohne Klinik, ohne Glasfaser, weiß, was das bedeutet. Firmen entscheiden, ob Versorgung „rentabel" ist. Wer nicht ins Kalkül passt, bleibt zurück. Infrastruktur ist kein Naturgesetz. Sie darf nicht der Rendite unterworfen sein. Nur die Herren werden gerettet Dasselbe Muster gilt in der Krise. Opel, Banken, Energieversorger – wenn sie zu groß sind, werden sie „gerettet". Doch die Rettung bedeutet nicht Verstaatlichung, sondern das Abfedern von Verlusten auf Kosten der Steuerzahler. Die Gewinne bleiben privat, die Risiken werden sozialisiert...

112 Firmenfeudalismus - Hail the Company

Ich schreibe normalerweise keine Dystopien. Aber diese erschien mir so nah, dass ich sie schreiben musste. Firmenfeudalismus ist keine klassische Diktatur. Er braucht keine Panzer, keine Schergen und keine Zellen. Er braucht keine offene Gewalt. Er braucht nur Komfort und Algorithmen. Er ersetzt den Staat nicht mit Stiefeln, sondern mit Logos. Er ist die stille, bequeme Unterwerfung unter Konzerne, die groß genug sind, um alles zu liefern, was ein Mensch zum Leben braucht: Arbeit, Versorgung, Unterhaltung, Sicherheit – und eine Identität, die man kaufen kann. Im Mittelalter band dich der Boden an deinen Herrn. Im Firmenfeudalismus binden dich die Ökosysteme deiner Company. Einmal tief drin, gibt es keinen Grund und kaum noch Möglichkeiten zu wechseln. Nicht, weil dich jemand zwingt, sondern weil die Alternative fehlt. Menschen schließen sich nicht mehr Nationen an, sondern Marken. Apple, Meta, Tesla – jede Company hat ihre Jünger. Und Loyalität entsteht nicht aus Zwang, so...