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320 Wir sind die Guten

Für mich ist einer der gefährlichsten Sätze, die ein Mensch über sich selbst sagen kann: „Ich bin ein guter Mensch.“ Warum? Weil dieser Satz scheinbar oft das Ende des Nachdenkens markiert, statt seinen Anfang. Ich frage mich dann immer, was dieser Satz für diese Person eigentlich bedeutet. Wenn möglich, frage ich nach. Die Antworten, die ich im Laufe meines Lebens bekommen habe, haben schließlich zu diesem Text geführt. Ein Ziel, kein Etikett Ich glaube nicht, dass jeder Mensch das Ziel haben muss, gut zu sein. Vielleicht möchte jemand ein großer Künstler werden, eine brillante Wissenschaftlerin, ein religiöser Einsiedler oder einfach ein ruhiges Leben führen. Das sind alles legitime Lebensziele. Keines davon setzt zwingend voraus, ein guter Mensch sein zu wollen. Ich selbst habe mir dieses Ziel gesetzt. (siehe 174 GUT SEIN ) Gerade deshalb möchte ich mir das Urteil „Ich bin ein guter Mensc...

225 Warum schreibe ich?

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Den wichtigsten Grund zu schreiben, stellt für mich der einfache Gedanke dar, dass ich zeigen möchte wie übervoll jedes Menschenleben ist. Wenn ich mein Leben aufschreibe, dann nicht, weil es außergewöhnlicher wäre als andere, sondern gerade an meiner Gewöhnlichkeit soll man sehen können, wie viel in einem einzelnen Leben steckt: Gedanken, Bedürfnisse, Gefühle, Prägungen, Erinnerungen, Konflikte, Erfahrungen, politische Haltungen, Zweifel und Hoffnungen. Es soll hierdurch klar werden, dass jeder Mensch in gewisser Weise ein eigenes Universum darstellt und jede Sekunde dieses vergänglichen Universums unwiederbringlich ist. Mein performatives (fast) Live-Schreiben ist für mich deshalb auch ein Versuch zu zeigen, wie man anderen Menschen gerecht begegnen kann. Für mich führt dieser Weg über einen einfachen Dreiklang: Erstens: Reflektiert euch! Ich glaube, dass die Quest, ein guter Mensch zu werden, überhaupt erst beginnt, wenn man mit Selbstreflexion anfängt. Ohne sie startet diese Reise ...