Kapitel 5 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.
Kapitel 5 Funktionieren bis zum Zerbrechen Alkohol war nichts Besonderes. Er gehörte einfach dazu. Auf dem Dorf, in meiner Generation, war es normal, spätestens mit fünfzehn, sechzehn am Wochenende zu trinken. Wenn man zusammen saß, trank man. Wer nicht trank, fiel eher auf als jemand, der es tat. Für mich war Alkohol von Anfang an Selbstmedikation. Er machte Gespräche leichter, senkte die Anspannung, ließ mich weniger darüber nachdenken, wie ich wirke, ob ich passe, ob ich falsch bin. Andere Menschen mögen mich lieber, wenn ich nicht nüchtern bin. Während der Ausbildung blieb das so. Trinken war etwas für Wochenenden, für Situationen, in denen man unter Menschen war. Wenn ich aus irgendeinem Grund nicht trinken konnte, wenn ich mit anderen zusammen war fühlte ich mich unwohl. Das änderte sich nicht abrupt, sondern schleichend. Mit dem Abitur auf der Berufsoberschule begann eine Phase, in der mein Leben insgesamt enger wurde. Zur Schule waren es 60 km einfach, ich pendelte lange Streck...

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