059 Meine Mutter... als Mutter

 Ich drücke mich jetzt seit zwei Tagen davor was ich davor schreiben will und was nicht. Ich hab gebrainstormed und all die Dinge zusammengetragen die gut waren und alles was als Mutter untragbar war.

Ich habe angefangen Passagen zu schreiben wie: Meine Mutter hätte das Potenzial gehabt, eine fantastische Frau und Mutter zu werden, wenn sie nicht schon als Kind zerstört worden wäre und es ist erstaunlich dass sie überhaupt ein allgemeinverträglicher Mensch geworden ist. ODER: Meine Mutter ist der zäheste Mensch den ich kenne, halt nur keine gute Mutter.

Sie war oft in ihrem Leben tatsächlich Opfer, des Krieges, der gesellschaftlichen Gegebenheiten, ihrer Eltern, des Lebens (4 Söhne verstorben) und nicht zuletzt meines Vaters, aber sie über-inszenierte diese Rolle. 

Sie erzählte uns oft davon, dass sie ab dem Hals querschnittsgelähmt sein könne, wenn sie mal zu sehr springe oder renne. Dadurch begründete sie, dass sie körperlich nicht sehr in der Landwirtschaft mitarbeiten konnte. Sie betonte dann tot sein zu wollen, falls dies passiere.

Sie drohte sehr oft mit Suizid, "Es braucht mich ja keiner.", "Ich bin sowieso nur eine Last." All das hörte ich schon im Vorschulalter und bis vor ein paar Jahren, als ich mit ihr brach. 

Sie musste beschützt werden, nicht wir. Wenn sie zum Beispiel Migräne hatte und meine großen Geschwister in der Schule oder auf der Arbeit waren, mussten meine kleine Schwester und ich (beide Vorschulalter) komplett lautlos spielen. Aufgezogen haben mich eh mehr meine Geschwister, besonders meine älteste Schwester T und mein Bruder E, aber auch meine Schwester S und mein Bruder J. Die haben mir lesen, schreiben, rechnen beigebracht. Haben auf uns aufgepasst, mit uns gespielt. Uns beschützt wenn mein Vater wieder einen cholerischen Ausbruch hatte.

Ich könnte noch viel mehr ins Detail gehen. Vielleicht mach ich das irgendwann. Ich könnte erzählen wie sie immer den Eindruck erweckte, "die Leute" seien ihr wichtiger als wir, wie sie sich selbst zur "tollen Mutter" inszenierte vor "den Leuten".

Ich könnte ihre positiven Seiten, wie ihre Liebe zu Literatur, Kino und Musik, ihre Phantasie die sie uns auch lies aufzählen. Ich könnte noch 1000 Schmerzen, die sie mir zufügte berichten.

Aber ich glaube ich lass es erstmal so stehen.


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