Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben. - Live-Einblendung
Dies ist kein neues Kapitel. Es ist ein Standbild im laufenden Material, bevor Kapitel 12 fertig passiert ist. Kapitel 11 endet mit der Entscheidung, Pete nicht zu verlassen, sondern in seine Nähe zu ziehen. Seitdem hat sich etwas verschoben. Durch gesagte Worte und durch das Ernst nehmen von Konsequenzen.
Nach einem Streit hat Pete geschrieben, ich solle mich dann eben gar nicht mehr melden. Ich habe nachgefragt, ob er das wirklich meint. Erst kam egal, dann ja. Ich habe diese Worte nicht interpretiert und nicht relativiert, sondern wortwörtlich genommen. Also habe ich mich nicht mehr gemeldet. Und ich habe ihn überall blockiert. Ein bisschen aus meiner eigenen Divenhaftigkeit, die ich nicht leugne, aber auch weil ich ein Prinzip habe, das mir wichtiger ist als jedes Gefühl: Wo ich unerwünscht bin, will ich nicht sein. Ganz besonders in romantischen Beziehungen.
Damit habe ich mich selbst in eine Lage gebracht, die sich kaum schön reden lässt. Diese Situation gibt Pete die gesamte Handlungsmacht. Seine einzige Kontaktmöglichkeit ist es real hier her zu kommen. Und ja, ich bin für romantische Aktionen extrem empfänglich. Ein Teil von mir wünscht sich genau das. Ein anderer Teil weiß gleichzeitig, dass jede romantische Aktion mich sofort wieder in ein Gefälle zieht, in dem ich mich ersetzbar fühle. Es kann sein, dass Pete mich nicht als ersetzbar wahrnimmt. Aber seine Äußerungen sorgen dafür, dass es sich für mich so anfühlt. Und er weiß das, weil ich das offen und radikal ehrlich sage.
Gleichzeitig gibt es dieses Zeitfenster. Es ist nicht romantisch. Es entsteht aus dem pragmatischen Umstand, dass ich ohnehin umziehen werde. Meine Wohnung ist schlicht zu teuer und wenn ich mich für einen Kontaktabbruch entscheide (nun hat er sich ja quasi dafür entschieden, das zählt gleichwertig), dann werde ich ihm die neue Adresse nicht mitteilen. Das habe ich lange vor diesem Streit klar gesagt. Das ist keine Drohung, sondern Logik. Wenn wir Kontakt haben, dann gerate ich in seinen Sog, weil der Sog wunderschön ist. Aber er fühlt anscheinend nicht ähnlich für mich, das ist keinerlei Vorwurf, niemand kann etwas für seine Gefühle, aber für dieses Ungleichgewicht bin ich nicht gemacht.
Ich kreise gern um ihn, weil er eine Sonne mit massivem Gravitationsfeld ist. Leider gilt in der Liebe eine andere Physik, denn ich bin ein ebensolches Schwergewicht wie er, doch er und ich bilden kein Doppelsternsystem, sondern er behandelt mich wie einen Planeten. Das ist für meine innere Diva nicht tragbar.
Nun gibt es nur die Möglichkeit die Umlaufbahn zu verlassen und langsam immer weniger von seiner Gravitation zu spüren. Ich wünsche mir, dass das Ganze langsam abebbt, dass dieses Drama, diese ständige Gefahr in die Sonne zu stürzen und zu verbrennen endet. Und gleichzeitig weiß ich: Dieses System war legendary. Es war wuchtig, selten und nicht ersetzbar. Ein Teil von mir will, dass es weiter läuft. Ein anderer Teil weiß, dass genau das der Punkt ist, an dem meine Eigenbewegung die Anziehung übertreffen muss, sonst werde ich das System nie verlassen.
Ich hab keine Ahnung wie es weiter geht. Ich hab nur für mich selbst beschlossen keinen Schritt mehr auf Pete zuzugehen, ich nehme Fahrt auf, der Kurs gesetzt auf unbekannte Weiten, seine Gravitation ausklingen zu lassen und vielleicht irgendwann einen anderen Stern zu finden.
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