200 Demokratie ist kein Moralprojekt
Ein persönliches Denkgebäude Aus Gründen der Lesbarkeit verwende ich in meinen Texten ab jetzt die weibliche Form als generisches Geschlecht. Gemeint sind alle. Ich schreibe das nicht aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus und nicht weil ich eine besondere Autorität inne habe. Sondern genau deshalb, weil ich einfach nur ein Bürger dieses Landes bin. Wahlberechtigt, partizipationsberechtigt und deswegen betroffen. Mehr Legitimation braucht Beteiligung am demokratischen Diskurs nicht. Ich beschreibe mein Denkgebäude, das ich mir über Jahre hinweg gebaut habe. Ich nenne es Radikaldemokratie. Es erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Man kann es betreten, sich umsehen, prüfen, widersprechen und wieder gehen. Ich nenne mich Radikaldemokrat, weil ich Demokratie nicht als Wahlritual verstehe, sondern als dauerhaftes Verfahren. Radikal nicht im Sinne von extrem, sondern im Sinne von an der Wurzel und dort ist in der Demokratie die einzelne Bürgerin. Nicht die Parte...