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313 Vapes - Déjà-vu eines Rauchers

  Ich verwende ein generisches Femininum und meine damit alle Geschlechter. Als ich heute wieder ein Video über Vapes gesehen habe, musste ich an eine Zeit zurückdenken, in der ich selbst begeistert gedampft habe. Bevor ich damals mit dem Dampfen angefangen habe, war ich ungefähr 30 Jahre lang Raucher. Doch als die ersten E-Zigaretten aufkamen, war das eine völlig andere Welt als die heutigen Einweg-Vapes. Wir hatten Metall-Akkuträger und abschraubbare Verdampfer, haben selbst Wicklungen gebaut, Watte eingezogen, Liquids gemischt und über die Technik diskutiert. Das Ganze war fast schon ein Nerd-Hobby. Quasi alle Dampferinnen, die ich damals kannte, waren vorher Raucherinnen und wollten meist von der Zigarette weg. Manche wegen ihrer Gesundheit, manche wegen ihrer Familie, manche wegen des Geldes, manche wegen des Geruchs und viele einfach, weil sie hofften, eine weniger schädliche Alternative gefunden zu haben, ohne auf Nikotin verzichten zu müssen. Ich halte diese...

312 So schön, schön war die Zeit...

 Heute hat Facebook mir wieder einen alten Beitrag vorgeschlagen (siehe Link ganz unten). Einen, den ich mittlerweile fast jedes Jahr noch einmal teile. Und jedes Jahr lasse ich den Text unverändert. Zum einen leider: “Wenn nicht die Hälfte Deutschlands gerade ihren xenophoben Trieben freien Lauf ließe und mir das scheiß Angst machen würde…” Ich hoffe immer noch, dass irgendwann der Tag kommt, an dem ich diesen Halbsatz streichen kann. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn er einfach nicht mehr wahr wäre. Auf der anderen Seite kann ich mein Glück kaum fassen. Denn der andere Teil stimmt seit Jahren genauso. Damals schrieb ich: “Mein Leben war noch nie so gut wie jetzt. Aber damals dachte ich das auch schon.” Das Verrückte ist: Auch heute stimmt dieser Satz schon wieder. Manche Menschen sind nicht mehr Teil meines Lebens, neue Menschen sind Teil meines Lebens geworden, manche waren nur kurz ein Teil davon. Aber eines ist geblieben: Das größte Glück und das größte ...

311 Erfahrungsbericht zum Monat Abstinenz von US Big Tech und speziell Social Media ohne Algorithmen

Das ist mein Erfahrungsbericht über den Monat mit den Europäischen Alternativen zu US Big Tech und speziell Social Media ohne Algorithmen. Diese Ersatz-Plattformen fühlten sich für mich lauwarm an, schal, abgestanden… nach Kaffee ohne Koffein. Es ist grundsätzlich Social Media aber ist kein Wirkstoff drin. Danach wusste ich auf jeden Fall: es sind die Algorithmen, nach denen ich süchtig bin. Das ist eine gute Erkenntnis. Die schlechte Erkenntnis ist diese Plattformen ohne Algorithmen würden es niemals schaffen, mir das zu ersetzen, was ich an Social Media mag und brauche. Bei manchen ist es die Bubble auf der Plattform selbst. Besonders zu nennen ist hier Substack bei dem die Bubble quasi nur aus Bildungsbürgern und Autoren besteht. Das hört sich immer nach Leuten an, die so unglaublich offen sind. Sind sie auch, solange du nicht versuchst, einer von ihnen zu werden. Im Prinzip sind ein Teil der Menschen gegen die ich schreibe. Und der einzige Teil der erwachsenen Mensch...

310 Über die unangenehmen Anfänge in Pornos

Das hier ist eine persönliche Beobachtung zu Mainstream-Pornografie. Es geht ausdrücklich nicht um Sexualität an sich, nicht um das eigentliche Rein-Raus im Porno, nicht um den allgemeinen Realismus von Körpern und Leistung, auch nicht um alle Formen von Pornografie, (z.B. BDSM, Amateur-Formate oder Pornos ‘für Frauen’ können total anders aufgebaut sein, ohne dass ich jetzt über eine Bewertung dieser Formate diskutieren möchte). Es geht ausschließlich um den wiederkehrenden Aufbau in einem großen Teil von Mainstream-Produktionen, genauer gesagt die kleinen Storys vor dem eigentlichen Sex. Wie wird also die Begegnung, die Situation, die Rollen, die Beziehung der Menschen zueinander inszeniert? Meine persönliche Wahrnehmung dieses Vorspanns ist, dass er sich in vielen Fällen nach einem sehr gleichförmigen Muster entwickelt. Menschen, die aufgrund der Situation oder großer Unterschiede im normalen Alltagskontext nur unwahrscheinlich sofort intensiven Sex hätten, sind nach 2...

309 Meine einzige echte Red Flag 🚩

​ Es wird ein generisches Femininum verwendet, gemeint sind alle Geschlechter. Ich höre immer darauf, wie Menschen über die reden, die nerven, die im Weg stehen, die unangenehm sind und ganz besonders über ihre ehemaligen Partnerinnen. Nicht, weil ich erwarte, dass jeder immer verständnisvoll und zenartig durch die Welt schwebt. Menschen sind genervt, verletzt, wütend und dann manchmal ungerecht. Das ist schlichtweg menschlich und Freundinnen/Partnerinnen sind auch dafür da sich mal den Frust vom Herzen zu reden. Aber ich höre darauf, ob andere Menschen in diesen Geschichten noch Menschen bleiben. Die beste Prüfung sind oft die Ex-Freundinnen. Wenn angeblich jede Ex eine Narzisstin, ein Arschloch oder eine manipulative Dämonin war, werde ich vorsichtig. Nicht, weil das unmöglich wäre. Sondern weil ich mich frage, warum in all diesen Geschichten kein eigener Anteil, kein Zweifel an der eigenen Sicht der Dinge und keine Grautöne vorkommen. Ein einfaches: "Naja, es hat halt nic...

308 Blitzlicht: Mit Bauplan durchs Verliebtsein

​ Nubsis, Nubsis, everywhere! Kartons überall, Schrauben, Nubsis, von denen man nicht genau weiß was sie halten sollen. Und vor allem viele Dinger… Dinger halt, keine Ahnung, sie werden einen Sinn haben… mutmaßlich… und schau mal 6 neue Inbusschlüssel… die Umzugshelfer kommen also nicht… das Internet geht doch noch nicht… irres Lachen… wir kriegen das schon hin… Irgendwo dazwischen zwei Menschen, die eigentlich nur versuchen wollten, aus flachen Paketen einen drei-dimensional bewohnbaren Zustand zu zaubern. Ein Umzug ohne Umzugsunternehmen ist schon eine eigene Form von Naturkatastrophe mit Ansage. Dies hier ist ein Umzug mit größtenteils neuen Möbeln. Ich würde jedem in meinem Umfeld in dieser irren Zeit des Umzugs helfen, weil niemand diesen Irrsinn allein stemmen sollte. Und dann ist da mein Herr Schmitt. Wir sind keine Kollegen, die sich irgendwann an der Kaffeemaschine zugewunken haben. Wir haben uns vor 4 Wochen Hals über Kopf verliebt und stehen jetzt da. Schraubenzieher in der ...

307 Playlist: „Unterwegs zwischen Heimaten“

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Keine meiner Playlists ist ein Sammeln von Songs. Diese hier ist ein Bewegungsprotokoll. Mein Weg ist nie eine gerade Linie, sondern ein mäandernder Fluss durch eine Landschaft aus Zeit, Welt, Erinnerungen, Menschen, aber auch banal Haltestellen, Verspätungen und falschen Gleisen. Und nichts könnte dies alles gleichzeitig schöner ausdrücken als Musik, finde ich. Ich liebe das Losfahren. Egal wohin, wenn es eine längere Strecke gehen soll, dann freue ich mich. Also erst mal das feiern: „I’m on My Way“ von The Proclaimers : Aufbruch mit Dialekt im Mund und einer Richtung… vorwärts. „Road to Nowhere“ von den Talking Heads : eine nüchterne Wahrheit, die niemanden schockieren sollte: Wir wissen nicht, wo wir ankommen. Das macht das Leben in jeder Sekunde zu einem Abenteuer, aber selten so sehr wie wenn man eine Reise antritt. “Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen,...