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Es werden Posts vom Juni, 2026 angezeigt.

310 Über die unangenehmen Anfänge in Pornos

Das hier ist eine persönliche Beobachtung zu Mainstream-Pornografie. Es geht ausdrücklich nicht um Sexualität an sich, nicht um das eigentliche Rein-Raus im Porno, nicht um den allgemeinen Realismus von Körpern und Leistung, auch nicht um alle Formen von Pornografie, (z.B. BDSM, Amateur-Formate oder Pornos ‘für Frauen’ können total anders aufgebaut sein, ohne dass ich jetzt über eine Bewertung dieser Formate diskutieren möchte). Es geht ausschließlich um den wiederkehrenden Aufbau in einem großen Teil von Mainstream-Produktionen, genauer gesagt die kleinen Storys vor dem eigentlichen Sex. Wie wird also die Begegnung, die Situation, die Rollen, die Beziehung der Menschen zueinander inszeniert? Meine persönliche Wahrnehmung dieses Vorspanns ist, dass er sich in vielen Fällen nach einem sehr gleichförmigen Muster entwickelt. Menschen, die aufgrund der Situation oder großer Unterschiede im normalen Alltagskontext nur unwahrscheinlich sofort intensiven Sex hätten, sind nach 2...

309 Meine einzige echte Red Flag 🚩

​ Es wird ein generisches Femininum verwendet, gemeint sind alle Geschlechter. Ich höre immer darauf, wie Menschen über die reden, die nerven, die im Weg stehen, die unangenehm sind und ganz besonders über ihre ehemaligen Partnerinnen. Nicht, weil ich erwarte, dass jeder immer verständnisvoll und zenartig durch die Welt schwebt. Menschen sind genervt, verletzt, wütend und dann manchmal ungerecht. Das ist schlichtweg menschlich und Freundinnen/Partnerinnen sind auch dafür da sich mal den Frust vom Herzen zu reden. Aber ich höre darauf, ob andere Menschen in diesen Geschichten noch Menschen bleiben. Die beste Prüfung sind oft die Ex-Freundinnen. Wenn angeblich jede Ex eine Narzisstin, ein Arschloch oder eine manipulative Dämonin war, werde ich vorsichtig. Nicht, weil das unmöglich wäre. Sondern weil ich mich frage, warum in all diesen Geschichten kein eigener Anteil, kein Zweifel an der eigenen Sicht der Dinge und keine Grautöne vorkommen. Ein einfaches: "Naja, es hat halt nic...

308 Blitzlicht: Mit Bauplan durchs Verliebtsein

​ Nubsis, Nubsis, everywhere! Kartons überall, Schrauben, Nubsis, von denen man nicht genau weiß was sie halten sollen. Und vor allem viele Dinger… Dinger halt, keine Ahnung, sie werden einen Sinn haben… mutmaßlich… und schau mal 6 neue Inbusschlüssel… die Umzugshelfer kommen also nicht… das Internet geht doch noch nicht… irres Lachen… wir kriegen das schon hin… Irgendwo dazwischen zwei Menschen, die eigentlich nur versuchen wollten, aus flachen Paketen einen drei-dimensional bewohnbaren Zustand zu zaubern. Ein Umzug ohne Umzugsunternehmen ist schon eine eigene Form von Naturkatastrophe mit Ansage. Dies hier ist ein Umzug mit größtenteils neuen Möbeln. Ich würde jedem in meinem Umfeld in dieser irren Zeit des Umzugs helfen, weil niemand diesen Irrsinn allein stemmen sollte. Und dann ist da mein Herr Schmitt. Wir sind keine Kollegen, die sich irgendwann an der Kaffeemaschine zugewunken haben. Wir haben uns vor 4 Wochen Hals über Kopf verliebt und stehen jetzt da. Schraubenzieher in der ...

307 Playlist: „Unterwegs zwischen Heimaten“

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Keine meiner Playlists ist ein Sammeln von Songs. Diese hier ist ein Bewegungsprotokoll. Mein Weg ist nie eine gerade Linie, sondern ein mäandernder Fluss durch eine Landschaft aus Zeit, Welt, Erinnerungen, Menschen, aber auch banal Haltestellen, Verspätungen und falschen Gleisen. Und nichts könnte dies alles gleichzeitig schöner ausdrücken als Musik, finde ich. Ich liebe das Losfahren. Egal wohin, wenn es eine längere Strecke gehen soll, dann freue ich mich. Also erst mal das feiern: „I’m on My Way“ von The Proclaimers : Aufbruch mit Dialekt im Mund und einer Richtung… vorwärts. „Road to Nowhere“ von den Talking Heads : eine nüchterne Wahrheit, die niemanden schockieren sollte: Wir wissen nicht, wo wir ankommen. Das macht das Leben in jeder Sekunde zu einem Abenteuer, aber selten so sehr wie wenn man eine Reise antritt. “Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen,...

306 BLITZLICHT: Ich habe aufgehört zu suchen

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Gestern hat mich Herr Schmitt süßerweise vom Bahnhof abgeholt, heute Morgen hat er mich um kurz nach vier vor meiner Wohnung abgesetzt. Er musste zur Arbeit, ich nach Hause. 13,5 Stunden Reise lagen hinter mir. Busse, Züge, Umstiege, Verspätungen, Rückenschmerzen. Und dann vier Stunden Schlaf. Ich kam in die Wohnung, noch in der unbequemen Jeans. Die Reisetasche stand unberührt im Flur. Ich hatte noch nicht geduscht. Ich hatte noch nicht einmal Kaffee gemacht! Und doch setzte ich mich an den Rechner und fing an die Texte von gestern zu ordnen und zu veröffentlichen. Nicht weil ich musste. Nicht weil jemand darauf wartete. Nicht weil ich Geld damit verdiene. Sondern weil ich meine Texte ordentlich veröffentlichen wollte. Was ich zu sagen hatte musste raus an die Leute und zwar genauso wie ich es haben will. Die drei Blitzlichter von unterwegs waren schon online, aber noch nicht überall. Ich wollte Bilder ergänzen. Fehler korrigieren. Alles so haben, wie ich es haben wollte. Erst nach 5,...

305 BLITZLICHT: Ich liebe Deutschland… keine Pointe

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Ich liebe Deutschland. Nicht die Nation, nicht die Flagge, nicht den Sport. Sondern das Land, das mich geformt hat wie meine Erziehung und der Zeitgeist. Die üppige grüne Landschaft, die überall sichtbare Landwirtschaft, die Städte, die Mentalitäten, die Leute, ich komme aus Rhein-Main, wo „die Leute“ auch aus aller Welt kommen, oder zumindest ihre Eltern oder Großeltern. Das „kann nicht klagen“, wenn jemand grad im Glück badet hat mich geformt. Das Meckern übers Wetter, welches auch immer gerade herrscht. Das „kann man essen“, wenn das Essen Standing Ovations wert wäre. Das „tja“, wenn die Welt untergeht und auch ansonsten für jede Gelegenheit. „Gell“ und „fei“ in ihren vielfältigen Anwendungen. Das ist meine Heimat. Sie hat auch mich gemacht wie bin. Ich liebe sie. Und ich stehe dazu.

304 Blitzlicht: zurück auf der Straße… mein Rücken schmerzt… mein Herz vibriert

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  Vorbei an Hügeln, Tälern, Flüssen, Wäldern, Fruchtbaren Feldern, Städten und Dörfern von Mittelalter bis Dekonstruktivismus… alles Leuchtet im Junigrün… je weiter weg ich von der alten Heimat komme desto weniger Streuobstwiesen schmücken die Hänge und desto flacher wird das Land… … und was soll ich sagen? Ich liebe alles daran. Unterwegs in Deutschland fühlt sich für mich wie innerhalb der Schönheit selbst unterwegs sein an. Frankfurt am Main ist jetzt nicht so klassisch schön, es ist „dreggisch“ und pik-unhöflich. Aber wahrhaft kosmopolit und vibriert förmlich vor Leben. Dort eine Stunde auf den FlixBus zu warten ist aber trotz aufregender „Dreggischkeit“ dann doch ziemlich langweilig. Aber zwischendurch hat mein Nordseehimmel geschrieben. Er hat eine Art seine Gefühle einfach auszusprechen, die mich immer noch völlig von den Socken haut. Können bitte alle Menschen so ehrlich sagen wenn ihnen was nicht passt oder wenn sie jemanden mögen? Nein, dafür sind sie zu kompliziert? Egal...

303 BLITZLICHT: Big Fish und Hoosebebberli

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Hoosebebberli sind Klatschmohn. Das Wort für diese traumhaft schönen Blumen habe ich dieses Wochenende in meinem Heimatdialekt gelernt. Und das Levkojen die Blumen der Ostpreußen sind. Heimat durch Blumen 🌺… das ist so typisch meine Familie. Mittlerweile bin ich in Aschaffenburg Richtung Frankfurt losgefahren, davor ich so lange zum Stoff sammeln gebraucht, für dieses Mini-Blitzlicht. Denn dieses Wochenende war überschäumend voll. Mit Essen, mit Lachen, mit peinlichen Momenten, mit Erinnerungen, mit Geschichten die weiter gingen, mit Ärger, mit Umarmungen… Und die 1,5 h Busfahrt nach AB gingen drauf um das alles ein wenig zu ordnen. Diese BusLinie zwischen meinem Heimatdorf und meiner alten Wahlheimat bin ich so oft gefahren, dass ich gefühlt jeden Baum kenne. Ich wäre fast am Bahnhof Richtung meiner alten Wohnung losgelaufen. Meine Familie ist anstrengend und beeindruckend. Für mich sind sie allesamt „Big Fish“, übergroße Figuren mit noch größeren Legenden. Besonders meine älteren Ge...

302 Männerrechte. Das ist euer Kampf.

Ich stoße immer wieder auf Diskussionen über Männerrechte und zwar nicht, weil ich aktiv danach suche, sondern weil ich mitbekomme, dass Männer in dieser Gesellschaft tatsächlich benachteiligt werden. Ich sehe diese Ungerechtigkeiten, und sie beschäftigen mich. Deshalb schreibe ich darüber: Nicht, um Männerrechte zu vertreten, sondern um zu zeigen, dass ich sie erkenne und zu erklären warum ich trotzdem nicht dafür eintreten werde. Ich mag Männer. Ich habe männliche Freunde, die ich unglaublich schätze. Ich habe mehrere Brüder, die mich teilweise mit aufgezogen haben. Ich hatte einen Vater, vor dem ich zumindest in Teilen Respekt hatte. Und ich habe mehrere Männer in meinem Leben geliebt und bin auch gerade wieder frisch verliebt. Mein größtes Vorbild ist Viktor E. Frankl. Ich habe großen Respekt vor der Leistung dieser Männer in meinem Leben. Interessanterweise sind diese von mir geschätzten Männer oft solche, die selbst stark unter dem Bild leiden, das die Gesellschaft...

301 Body Neutrality. Körper sind keine Ausstellungsstücke.

Teil 1: Der Körper als Spielfigur Mein Zugang zu Body Neutrality ist nicht aus theoretischem Interesse heraus entstanden, sondern aus Leid. Ein gesundes Verhältnis zu meinem Körper hatte ich nie. So mit 12 fingen die inneren (seltener äußeren) Abwertungen an. Bis 2009 war ich zwar objektiv betrachtet durchweg untergewichtig, sah mich selbst aber als unglaublich dick. Dann nahm ich aufgrund von Psychopharmaka sehr stark zu und in den Jahren seitdem hungerte ich oft runter und hatte es nachher wieder drauf. In dieser Gemengelage entstand irgendwann ein Konzept, das für mich bis heute stabilisierend wirkt: der Körper als Spielfigur in meinem eigenen Rollenspiel, als Fleischroboter. Unterstützt wurde diese Einstellung durch den Gedanken der Body Neutrality, den ich irgendwo im Internet aufgabelte. Dieses Bild ist nicht abwertend gemeint, sondern funktional. Der Körper ist das Gefährt, das mich durch die Welt trägt. Er ist Fortbewegungsmittel, ermöglicht sämtliche sensorische...

300 Geld ist Existenz

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Ich denke es ist ein recht deutsches Phänomen, dass man über Geld nicht spricht. Direkt über das Einkommen zu reden wirkt immer fast anrüchig. Das hat nicht nur negative Effekte, wie ich finde, denn so gibt es auch nicht den direkten Vergleich in Familien oder Freundesgruppen. Ich glaube allerdings, dass genau durch diese kulturelle Eigenheit, viele Menschen unterschätzen, wie grundlegend Geld eigentlich ist. Das liegt glaube ich nicht mal daran, dass sie ignorant wären, sondern daran, dass zum Glück viele Menschen von mehr als dem Existenzminimum leben. Und auch im nahen Umfeld nur Leute haben, die nicht darunter fallen. Das reicht meist dass man nicht erlebt, dass eine kaputte Waschmaschine das Leben in den nächsten Monaten komplett umkrempelt. Wenn man über längere Zeit wirklich wenig Geld hat, verändert sich der Blick auf die Welt. Das Problem ist dabei nicht einmal in erster Linie der Verzicht. Menschen können auf erstaunlich vieles verzichten. Man kann lernen, selte...

299 Freudige Ungewissheit

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Diese Playlist entstand Ende Mai 2026. Genauer gesagt entstand sie in einem dieser seltenen Momente, in denen man plötzlich merkt, dass etwas Schönes möglich sein könnte und jeder Schritt bis hierher den Weg bereits wert war. Ich stand im silbrig-goldenen Licht, dass die Küste gepachtet zu haben scheint, hinter der Kaiser-Wilhelm-Brücke und schaute auf das wie so oft unverschämt blaue Hafenwasser meiner geliebten Schlicktown. Und um diesen eh schon perfekten Moment noch unglaublicher zu machen hörte ich in diesem Augenblick zum ersten Mal Johnny Cashs Version von Leonhard Cohens “Bird on a Wire”. Der Song erzählt von Freiheit, von Fehlern und von den Menschen, die wir dabei verletzen oder verlieren können und dem Versuch, trotz allem seinen eigenen Weg zu gehen. Über einen Menschen, der zurückblickt, bereut, hadert und trotzdem weitergeht. Und Johnny Cash interpretiert das Werk dabei auf ganz eigene Weise, mit Cohnen ebenbürtiger schwindelerregender Tiefe. Zwei Giganten...

298 Atheistischer Jesusfreak

Disclaimer und Grundlage Dieser Text beschäftigt sich nicht mit der Frage, ob die beschriebenen Ereignisse historisch genau so stattgefunden haben, ob Jesus tatsächlich Gottes Sohn ist, ob er wirklich auferstanden ist oder ob Wunder real so passiert sind. Diese Fragen sind für diesen Text nicht entscheidend. Grundlage ist eine verbreitete deutsche Bibelübersetzung, konkret die „Gute Nachricht“. Sie wird hier nicht als dogmatische oder theologische Autorität verwendet, sondern als allgemein zugängliche, verständliche Fassung dessen, was im Neuen Testament über Jesus erzählt wird. Ich habe persönlich ursprünglich mit der Lutherbibel gelernt, aber für diesen Text ist Verständlichkeit wichtiger als sprachliche Tradition. Warum dieser Text? Ich schreibe diesen Text nicht aus Ablehnung gegenüber Religion oder Kirche. Ich bin evangelisch geprägt, habe Konfirmandenunterricht erlebt und war als junger Mensch der Kirche durchaus positiv gegenüber eingestellt. Ich habe lange vers...

297 „Die Jugend heutzutage …“

 … hält nichts mehr aus. … sind alle oberflächlich. … liest nicht mehr. … hört nur noch seichte Musik. … und überhaupt sei irgendetwas Grundsätzliches verloren gegangen und die Menschheit dem Untergang geweiht, wegen der jungen Leute. Was mich daran irritiert, ist nicht einmal die Kritik selbst. Natürlich kann man Entwicklungen kritisieren und vor allem auch davon überfordert sein. Natürlich gibt es Trends, die man unangenehm oder problematisch finden darf. Ich verstehe das Gefühl dahinter aus eigener Erfahrung. Und jede Generation schaut irgendwann auf Dinge, die sie nicht mehr selbstverständlich versteht. Was mich irritiert, ist etwas anderes. dass ich solche Sätze wie oben von intelligenten und geschätzten Menschen höre. Von Leuten also, die eigentlich sehr genau wissen, wie grob und unpräzise große Sammelbegriffe sind. Personen, die niemals ernsthaft sagen würden: „Männer sind halt so“ oder „Ausländer eben“. Weil sie wissen, dass größere Gruppen aus Einzelnen ...