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324 Was meint ihr eigentlich mit Männerhass?

  Ich habe hier einmal aufgeschrieben, was ich darunter verstehe und was für mich ausdrücklich noch kein Männerhass ist. Vieles davon kann unfair sein. Vieles kann dumm sein. Manches kann verletzend sein. Einiges davon sollte man sich vielleicht tatsächlich verkneifen. Aber wenn wir all das schon Männerhass nennen, was wollen wir damit erreichen? Und vor allem: Was meint ihr eigentlich mit Männerhass und was soll durch die Bezeichnung erreicht werden? Vielleicht sollten wir darüber tatsächlich einmal reden. Nicht darüber, ob jemand „auf der richtigen Seite“ steht, sondern darüber, was wir überhaupt meinen, wenn wir das Wort Hass benutzen. Weil wir alle zum Glück in Bezug auf den Begriff "Frauenhass" sensibilisierter sind, habe ich Beispiele mit Äußerungen über Frauen mit aufgeführt. Ich bin auf eure Einschätzungen gespannt: 1. Persönliche Präferenz „Ich möchte keine Männer daten.“ „Ich möchte keine Frauen daten.“ → Kein Hass. Das ist zunächst einmal eine persönliche Entscheid...

323 Blitzlichter aus dem Juli - Erlebniskalender auf „so viel wie geht“

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 Der Juli war so voll. Voller neuer Erfahrungen, die später sicher zu schönen Erinnerungen werden, voller Erlebnisse und Bekanntschaften, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin, wie üblich relativ zeitnah festzuhalten, was alles passiert ist. Deshalb gibt es diesmal keine einzelnen Texte zu jedem Erlebnis, sondern einen kleinen Monatsüberblick mit ein paar Bildern und den Geschichten, die dahinter stecken. Bilder chronologisch im Video Und wenn ich jetzt auf diesen Monat zurückblicke, frage ich mich ein bisschen, wie das alles eigentlich in vier Wochen gepasst hat. Da war zum Beispiel das Wochenende an der Jade mit seinem Piratendorf, dem Markt am Bontekai und am Südstrand, mit Flammlachs, Poffertjes und niederländischem Gulasch. Wir waren unterwegs, haben geguckt, gegessen, uns treiben lassen und einfach schöne Tage gehabt. Es gab außerdem Dinge, die viel alltäglicher waren und gerade deshalb dazugehören. Mein Herr Schmitt meldete seinen Wohnsitz in Wilhelmshave...

322 Lange graue Haare. Ein Abschied.

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 Ich versuche es mit Humor zu nehmen. Was bleibt mir auch anderes übrig? Ich habe meine Haare mein Leben lang gehasst. Sie waren fusselig, dünn, schnell fettig, ständig verknotet und nie dort, wo sie sein sollten. Aus jedem Zopf arbeiteten sie sich wieder heraus, um anschließend im Gesicht herumzufliegen. Und dann war da noch die Farbe. "Aschblond", nennen Friseure das. Ein erstaunlich freundlicher Begriff für das, was ich immer als mausgrau, schmutziggrau oder Straßenköterbraun empfunden habe. 2020 änderte sich etwas. Meine Haare waren damals gerade sehr kurz, naturfarben, und mir fielen die grauen Strähnen auf. Es waren nicht mehr nur einzelne Haare, sondern deutliche Silbersträhnen. Zum ersten Mal hoffte ich darauf, meine Haare mögen zu können. Denn eine Frisur fand ich schon immer wunderschön: lange graue Haare. Bei Männern genauso wie bei Frauen. Sie lasse...

321 Stadtschönheitsdetektive

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  Heute sind es bemalte Wände aus Wilhelmshaven. Morgen vielleicht ein Park in Hagen. Eine Straßenecke in Bitterfeld. Blumen in einem Park in München. Oder der Fischmarkt in Hamburg bei Sonnenaufgang. Dieses Reel ist keine Challenge. Wenn ihr mögt, zeigt die Schönheit eurer eigenen Stadt. Ganz egal, ob sie als schön oder hässlich gilt. Ob als Antwort auf dieses Reel. Oder mit einer Verlinkung. Oder einfach auf eurem eigenen Profil. Oder auf einer anderen Plattform. Ganz wie ihr möchtet. Was wir davon haben? Mehr Schönheit gesehen.

320 Wir sind die Guten

Für mich ist einer der gefährlichsten Sätze, die ein Mensch über sich selbst sagen kann: „Ich bin ein guter Mensch.“ Warum? Weil dieser Satz scheinbar oft das Ende des Nachdenkens markiert, statt seinen Anfang. Ich frage mich dann immer, was dieser Satz für diese Person eigentlich bedeutet. Wenn möglich, frage ich nach. Die Antworten, die ich im Laufe meines Lebens bekommen habe, haben schließlich zu diesem Text geführt. Ein Ziel, kein Etikett Ich glaube nicht, dass jeder Mensch das Ziel haben muss, gut zu sein. Vielleicht möchte jemand ein großer Künstler werden, eine brillante Wissenschaftlerin, ein religiöser Einsiedler oder einfach ein ruhiges Leben führen. Das sind alles legitime Lebensziele. Keines davon setzt zwingend voraus, ein guter Mensch sein zu wollen. Ich selbst habe mir dieses Ziel gesetzt. (siehe 174 GUT SEIN ) Gerade deshalb möchte ich mir das Urteil „Ich bin ein guter Mensc...

319 Jeder Mensch ist ein Mensch

Ic h benutze in diesem Text ein generisches Femininum und meine alle Geschlechter damit, englischsprachige Bezeichnungen bleiben im Original. Wie kann man nur Schimmelkäse mögen? Oder Sauerkraut? Oder Heavy Metal? Oder Tattoos? Oder Piercings? Oder grüne Haare? Fragen dieser Art höre ich dauernd, an mich, aber auch an andere gerichtet. “Wie kann man nur … mögen?” Ich finde diese Frage inzwischen seltsam. Nicht, weil man sie nicht stellen dürfte. Sondern weil sie so tut, als gäbe es darauf eine allgemeingültige Antwort. Frag zehn tätowierte Leute, warum sie Tattoos mögen. Du bekommst möglicherweise zehn verschiedene Antworten. Also… Wie kann man nun Tattoos schön finden? Keine Ahnung! Frag den einen Menschen mit Tattoos den du vor dir hast. Wenn du wissen willst, warum eine Person etwas macht, frag höflich diesen Menschen. Ich glaube nämlich, dass wir viel zu oft über Gruppen reden und viel zu selten mit den einzelnen Leuten. Da sitzt plötzlich “die Motorradfahreri...

318 Warum erzählt ihr mir das? Teil 3: Gedankenexperimente

 Die ersten beiden Texte haben bei mir mehr neue Fragen ausgelöst als beantwortet. Text 1 Text 2 Vor allem eine: Was denkst du eigentlich spontan, wenn jemand zu dir sagt „Ich bin trockener Alkoholiker.“? Vielleicht ist es das wert, mal einen Moment darüber nachzudenken. Je länger ich mich mit den Antworten auf Text 1 beschäftigt habe, desto mehr hatte ich den Eindruck, dass wir vielleicht gar nicht alle über dasselbe sprechen. Ich sage: „Ich bin trockener Alkoholiker.“ Durch die Antworten scheint sich aber herauszukristallisieren, dass viele eher eine moralische Überlegenheit meinerseits hören, etwa so: „Ich bin freiwillig abstinent, weil ich viel Willenskraft habe.“ Vielleicht liegt genau dort ein Teil des Missverständnisses. Deshalb habe ich angefangen, mit Gedankenexperimenten zu spielen. Nicht, weil Alkoholismus dasselbe wäre wie Diabetes, Zöliakie, Veganismus oder Allergien. Sondern weil Vergleiche manchmal helfen, Kommunikation besser zu verstehen. Ged...