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198 Filmnostalgie

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Heute wird es mal ungeniert nostalgisch. So wie jede Generation irgendwann anfängt, ihre Popkultur abzufeiern, mache ich das jetzt auch mal und lade euch mit dazu ein. Kino war ein Ort, an den ich ging, um mich überwältigen zu lassen. Und wir sind einfach gern zusammen  ins Kino gegangen. Mit Familie, mit Geschwistern, mit Feunden, Kino war immer dann wenn uns nix besseres einfiel oder man einfach mitreden können wollte. Sehr früh habe ich im Kino Grüne Tomaten gesehen, zusammen mit meiner Mutter. Ich habe damals längst nicht alles verstanden, aber Bilder sind geblieben. Frauen, die Hosen nähen, der Ku-Klux-Klan, Barbecue aus... naja, aus Mensch, dieser eigenartige Mix aus Wärme, Humor, Widerstand und Ernsthaftigkeit. Rückblickend ist das ein sehr emanzipatorischer Film, aber damals wurde er vor allem Teil unserer Familienkultur. Das Wort "Barbecue" wurde ein düster-sarkastischer Familienwitz. "Das Geheimnis ist die Soße." Kurz darauf kam Sister Act . Für mich und ...

197 Warum haben 'nette Männer' oft keine Chance?

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Überall liest und hört man gerade von der „Male Loneliness Epidemic". Männer seien einsam, abgehängt, ohne Nähe, ohne Beziehung, ohne Sex. Das klingt für mich schräg, denn es gibt in den relevanten Altersgruppen hier etwa gleich viele Frauen wie Männer,  aber vielleicht fühlen sich Singlemänner ja einsamer... deshalb der Text: Jetzt kann ich euch nicht erklären, wie ihr Frauen allgemein begeistert, aber ich will hier darauf eingehen, warum ich persönlich bestimmte Männer begehre und andere nicht. Und wir reden dabei ausdrücklich nicht von den Arschlöchern, nicht von den kompletten Egozentrikern und nicht von denen, die nur Sex suchen. Die sind meist schnell aussortiert und verursachen somit nicht viel Stress. Wir reden heute darüber, warum die „netten Männer" so oft Single s ein könnten . Bevor man Dating-"Erfolge" analysiert, sollte man sich vielleicht eine ehrlichere Frage stellen: Habe ich überhaupt Lust eine andere Person kennenzulernen? Und ich me...

Kapitel 11 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

Legendary Und dann komme ich zur größten Herausforderung meines bisherigen Lebens. Nicht Krankheit, nicht Einsamkeit, nicht der Wunsch zu sterben, sondern Liebe. Ich habe mich in einen Menschen verliebt, der in fast allem nicht zu mir passt, weder in seinen Vorstellungen davon, was Beziehung ist, auch nicht in seinem Umgang mit Emotionen, noch in dem, was er für richtig hält und was nicht. Und doch war da von Anfang an etwas, das sich nicht ignorieren ließ. Etwas, das größer war als alles, was ich aus früheren Beziehungen kannte. Sie waren alle kluge, spannende, ein bisschen kaputte Menschen gewesen. Es hat nicht funktioniert, aber in Grundlagen zwischenmenschlichen Umgangs waren wir uns einig, ich empfand ihre Einstellungen als nachvollziehbar. Mit Pete war für mich nichts verständlich. Und genau das hat mich erwischt. Noch nie hat mich jemand so stark abgewertet und gleichzeitig so ernst genommen. Noch nie hat mich jemand so schlecht behandelt und dann wieder von seiner Logik her nic...

Kapitel 10 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

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Ich arbeite besser mit mir selbst zusammen Nach dem Wirken des Lithiums kam ich zurück in meine Wohnung. Ich lebte wieder allein, mitten in Aschaffenburg, in der Innenstadt. Corona kam in die seit 2015 nie wieder ganz beruhigte Welt, doch nun demonstierten durchschnittliche Leute, Alt-Hippies usw. mit offensichtlich Rechten und propagierten Verschwörungserzählungen. Ich blieb als politischer Mensch in der Welt, doch dann kam Anfang 2022 der Angriff Russlands.  Ich hatte jahrzehntelang in einem inneren Dauerlärm gelebt, und jetzt, wo das permanente „Ich will sterben“ weg war, war mir die Welt ein Stück weit egal. Wenn sie die Rechten wollen, wenn ein Weltkrieg entsteht, dann sollen sie es haben. Ich wollte endlich mit mir selbst klar kommen und mich nicht dauernd mit Schwachsinn beschäftigen, nur weil meine Mitmenschen einer Massenpsychose verfallen waren. Ich kannte mich nur als jemand, der sterben will, und wusste nicht, wie man lebt als jemand, der nicht mehr sterben will. Dieses...

Kapitel 9 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

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Es ist, wie es ist Die Manie und das Danach Alles zu grell um wirklich zu genießen in der Manie 2015 zog ich nach Aschaffenburg. Ich begann mein Studium der Sozialen Arbeit und trennte dann mich von SH und landete schließlich in einer Stadt, die ich immer schon liebte und die für die nächsten zehn Jahre mein Lebensmittelpunkt werden sollte.  Ich hatte mich von einem Menschen getrennt, der mir Halt gegeben hatte und startete in eine neue Lebensphase. Nach einer kurzen Zeit in einer betreuten WG zog ich von den unschönen Zuständen dort zu Zero, den ich zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Jahre kannte, in den ich mich aber Hals über Kopf verliebt hatte. Er war dann sehr lange krank geschrieben, wegen Depressionen und übernahm quasi den kompletten Haushalt, noch nie in meinem Leben wurde ich derart verwöhnt. Privat war es eine ruhige, schöne Zeit. Im Studium forderte ich mich sehr, begann mich auch noch in der Hochschulpolitik zu engagieren. Aber das alles fraß mich auf. Ich weiß nicht wie ...

Kapitel 8 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

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Ich hab mich für mich entschieden - Wie halte ich mich nur aus? Im letzten Kapitel habe ich beschrieben, dass ich mich für mich selbst entschieden habe. Kapitel 8 beginnt danach. Nicht mit einem Neuanfang, sondern mit der Frage, wie ich es überhaupt aushalten kann, ich selbst zu sein. Ich war zu diesem Zeitpunkt trocken. Die Abwesenheit von Alkohol machte alle meine sozialen Schwächen und Ängste sichtbarer.  Ich wohnte ja nun in einer betreuten Wohneinrichtung. Parallel bekam ich zum ersten Mal eine gesetzliche Betreuung. Zwei unterschiedliche Dinge, die mir auf unterschiedliche Weise geholfen haben. Das betreute Wohnen brachte Struktur in meinen Alltag und gab mir soziale Kontakte vor denen ich mich nicht so schnell blamieren konnte, die gesetzliche Betreuung nahm mir Verantwortung ab, die ich damals nicht tragen konnte.  In dieser Zeit begann auch die DBT-Therapie in Nürnberg. Ich war mehrfach dort, jeweils für einige Wochen. Die DBT war mehr als nur wichtig für mich, aber s...

Kapitel 7 Kaputt geliefert. Trotzdem geblieben.

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Gewogen, gemessen und als nicht gut genug befunden Nutzlos. Schädlich. Dann lasst mich. Ich entscheide mich für den Dämon. LG Anne Warum ich mich für den Dämon entschied: TRIGGERWARNUNG! Ich hatte also noch nicht mal das geschafft... nicht mal mich selbst aus dieser Welt nehmen bekam ich hin. Versager - einfach nur ein Versager, in einfach allem. Nun saß ich hier in der Psychiatrie unter Tavor, schaffte es nicht mal zu lesen, ich der Bücherfresser, aber mir ging es einigermaßen okay, mir war ziemlich alles egal, Tavor ist echt ne Scheißegal-Pille, man fühlt nicht mehr, man kann noch ein bisschen denken durch Watte. Ich war da, die Welt war draußen, ich war drin und ich war zum ersten Mal seit vielen Jahren glücklich, weil ich Ruhe vor der Welt hatte.  Es gibt zwei Menschen, die mir direkt nach dem Suizidversuch 2009 geholfen haben zu überleben und denen ich immer noch sehr dankbar bin. Aber es hinterließ immer so ein bisschen ungesagt: "Was hast du uns nur angetan?". Auch bei...