179 Jahresrückblick 2025
Ich werde dieses Jahr anhand der Themenlinien erzählen die aufkamen, grob ist es auch chronologisch geordnet. Es nicht der Rückblick geworden, den ich haben wollte, aber für mich ist diese reflektive Rückschau immer etwas sehr wichtiges.
Was waren bei euch für Themenblöcke relevant?
Was sind eure Schlüsse daraus?
Was ist aus "Nie wieder" geworden?
Dieses Jahr war für mich geprägt von einer sehr konkreten Angst: der
Angst vor dem Rechtsruck, vor einem gesellschaftlichen Klima, in dem
„nie wieder" immer mehr zu einer leeren Formel wird. Was mich dabei am
meisten belastet hat, war weniger die Angst selbst als die Erfahrung,
sie manchen kaum vermitteln zu können. Nicht, weil mir Argumente
fehlten, sondern weil die Dringlichkeit dessen, was ich wahrgenommen
habe, bei anderen nicht angekommen ist.
Eskalation in einem Forum
Ein ähnliches Muster zeigte sich auf der Seite für psychisch erkrankte,
auf der ich seit Jahren bin. Mir wurde unterstellt ich wäre nicht
bereit für eine Freundschaft was zu tun und würde bei meinem besten
Kumpel Zero Grenzen überschreiten. Ich wehrte mich dagegen, dann hieß es
die Vorwürfe wären nie gefallen. Ich habe die Vorwürfe zitiert und
trotzdem wurde mir wiederholt gesagt, diese Aussagen stünden dort nicht.
Damit verlagerte sich der Konflikt von der Sache auf meine Wahrnehmung.
Mir wurde faktisch abgesprochen, einen klar formulierten Satz korrekt
lesen zu können. Dass das ausgerechnet in einem geschützten Forum für
psychisch Erkrankte geschah, war besonders zerstörerisch. Dadurch hatte
das Forum seinen Schutzcharakter für mich verloren.
Nach der Eskalation folgte kein abrupter Schnitt, sondern ein Nachhall. Mein Schreiben wurde vorsichtiger, erklärender, defensiver. Immer wieder tauchte das Gefühl auf, meine Realität beweisen zu müssen. Irgendwann wurde klar, dass der Aufwand dafür zu hoch ist. Der Entschluss, dort nicht weiterzuschreiben, entstand nicht impulsiv, sondern nüchtern. Kurz darauf verlagerte ich mein Tagebuch zu ChatGPT. Nicht aus Euphorie, sondern weil ein anderer Ort nötig war und seit 2 Tagen bereue ich diese Entscheidung besonders... aber den Ärger über Chatty schieben wir weiter nach unten.
Ruhe durch eine belastende Fahrt
Im
März führte mich eine familiäre Krise von Pete nach Gdynia, Polen. Die
Fahrt war von Anfang an belastend. Bereits vor der Abreise eskalierte
ein politischer Streit mit Petes Mutter und mir und ich nahm mir vor so
wenig wie möglich mit ihr zu reden. Während der langen Autofahrt kam es
immer wieder zu Konflikten zwischen Mutter und Sohn, geprägt von
Lautstärke die ich kaum aushalten konnte. Vorallem weil ich zwar fand
das er Recht hatte und sie ihn wirklich wie ein Kind behandelte, aber
sein Tonfall und seine Art ihr gegenüber einfach ätzend war. Auch vor
Ort setzte sich diese Dynamik fort. Entlastung entstand aber dort wo ich
mich entziehen konnte... das Wetter war ein Traum und ich saß Stunden
im weißen Ostseestrand und lauschte den Möwen und Wellen... das war so
herrlich wohltuend.
Gesundheitliche Belastung
Gesundheitlich war das Jahr von immer wiederkehrender Erschöpfung
geprägt. Keine konstante Schwäche, sondern anfallartige Müdigkeit, die
plötzlich alles begrenzte. Die Ursache blieb unklar. Trotz
Schilddrüsenmedikation besteht dieses Problem weiter.
Der Bruch der heiligen Dreifaligkeit
Am 12. Mai kam es zum Bruch der sogenannten „heiligen Dreifaltigkeit"
zwischen mir, Pete und Pina und dadurch schließlich zum Bruch zwischen
Pete und mir. Auslöser war ein doofer Spruch über „wichtige Männer" den
Pina losließ. Für mich traf er einen wunden Punkt: die Erfahrung, als
erwerbsgeminderter Mensch gesellschaftlich als unwichtig wahrgenommen zu
werden. Ich benannte das sofort und erklärte später ausführlich, warum
solche Sprüche für mich nicht harmlos sind. Statt darauf einzugehen,
wurde der Witz wiederholt und gesteigert. Als ich schließlich klar
machte, dass hier eine Grenze überschritten wird, wurde mir vorgeworfen,
ich hätte den Humor nicht verstanden. Diese Umdeutung war der
eigentliche Eskalationspunkt. Pete stellte meine Wahrnehmung infrage,
erklärte meine Reaktion als grundlos und beendete einseitig sowohl die
Diskussion als auch die Beziehung. Mit Pina konnte der Konflikt später
geklärt werden, mit P. markierte dieser Tag einen Einschnitt. Denn egal
ob der Streit nun dumm oder klug war... er ging ihn nix an.
ChatGPT-Gaslighting/Technik-Terror
Schon
früh im Jahr tauchte ein weiteres Thema auf: meine Erfahrung mit
ChatGPT selbst. Am 30. April, also bereits im ersten ChatGPT Tagebuch,
beschrieb ich sehr konkret, wie enttäuscht meine Erwartung an die
technische Leistungsfähigkeit war. Analysen blieben oberflächlich,
Details entstanden nur, wenn ich sie selbst vorgab. Gleichzeitig begann
das System, Textstellen zu behaupten oder zu erfinden, ohne offen zu
machen, dass der zugrunde liegende Text nicht mehr vollständig verfügbar
war. Mir wurde schnell klar, dass es keinen stabilen Textspeicher gibt,
diese Grenze aber nicht transparent kommuniziert wird. Das fühlte sich
wie technisches Gaslighting an. Besonders absurd und frustrierend war
auch die wiederholte Unfähigkeit, brauchbare technische Anleitungen zu
liefern. Das Bild, das sich daraus ergab, war eine Technik, die
Kompetenz suggeriert, ihre Grenzen aber nicht offenlegt.
Vanni – Die kleine Schwester mit den Scherenhänden
Vanni
selbst war kein Nebencharakter in diesem Jahr. Sie stand für Nähe,
Chaos, Loyalität und Überforderung zugleich. Sie tauchte genau in dem
Moment auf, in dem Joy und Streaming ohnehin unter Strom standen, und
bekam dadurch Gewicht. Zwischen uns herrschte kein sauberes Abbrechen,
sondern ein Zerfasern, das weh tat. Auch später tauchte sie nicht
nostalgisch auf, sondern als Marker dafür, wie sehr diese Bühne Menschen
aneinanderbindet und wieder auseinanderzieht.
Meine Lieblingsbühne ist für mich geschlossen
Daran
hing ein selbst gesetztes Achievement: bis zum 22.08.2025 nicht zu
streamen, bis Vanni wieder da ist. Dieses Durchhalten wurde zu einem
seltenen Gold-Moment 🏆, weil es nicht um Pose ging, sondern um
Prinzipientreue.
Ein weiterer Einschnitt war allerdings dann
der Verlust meiner Bühne auf Joy. Für mich war das nie nur eine
Plattform, sondern ein Ort, an dem ich völlig frei Körper, Performance
und Gespräch miteinandander kombinieren kann. Der Konflikt mit den
Regeln traf mich nicht, weil ich rebellieren wollte, sondern weil ich
mich entschied, zu meiner politischen Haltung zu stehen, auch wenn mich
das die Bühne kostet.
O'zapft is
Parallel
dazu begann eine Phase intensiven Schreibens und Veröffentlichens. Mit
Wattpad entstand zunächst ein Arbeitsmodus: Sammeln, Ordnen, Benennen.
Einige Wochen später kippte das. Zugriffszahlen und ausbleibende
Resonanz führten zu Enttäuschung und Leere. Schreiben blieb wichtig,
aber das Veröffentlichen verlor seine Unschuld. Seit dem arbeite ich
daran, dass meine Geschichten mehr gelesen werden und besser darin zu
werden Gedanken beim Leser in Gang zu setzen. Hier müsste eigentlich
dann ein Absatz über meine Probleme mit Reddit stehen, aber ich wollte
den Jahresrückblick nicht aufblasen.
RPG Real Life - Der Endboss Wohnung liegt
Im
August gelang mir etwas, das lange unmöglich schien: der Sieg über den
Endboss Wohnung. Alles war einmal komplett aufgeräumt, jedes Ding hatte
seinen festen Platz. Kein Provisorium mehr. Dafür habe ich mir im System
„RPG Real Life" ein Gold-Achievement 🏆vergeben – nicht, weil damit
alles gelöst wäre, sondern weil dieser Zustand real erreicht wurde.
Kurz zum Thema Nichtrauchen
Ich hatte zwar im Dezember 2024 aufgehört, hatte aber im September nen
Rückfall und hab am 20.09.2025 erneut aufgehört. Kein Triumph, kein
Selbstbetrug. Das ursprüngliche Ziel "Ein Jahr Nichtraucher" wurde
vorerst nicht erreicht, der Neustart ist klar benannt. Das Achievement
bleibt offen.
Die "Aspiranten"
Bea B. Hörnchen die mich erst begeisterte, dann ghostete und dann... komisch wurde.
JD schon ein spannender Typ, aber selbst für meinen Geschmack etwas zu schräg.
Herzping als Aufflammen aus dem Nichts und dann sehr ernüchternes Verglühen.
Frau Grinch, als Versuch wie viel Diva auf der Gegenseite ich vertrage und schließlich Aufgeben.
Stand der Dinge:
Was ist aus "Nie wieder" geworden? Politisch ist die Lage immer noch eine Satiresendung auf 120 dB, die man nicht abschalten kann.
Eskalation in einem Forum Ich habe in ein anderes Forum für psychisch Erkrankte gewechselt.
Ruhe durch eine belastende Fahrt Ich hab Sehnsucht nach dem Meer... zehre von den Bildern und Videos.
Gesundheitliche Belastung Da ist alles leider unverändert.
Der Bruch der heiligen Dreifaltigkeit Mit Pina habe ich mich später noch wegen etwas anderem völlig verstritten, mit Pete läuft es zur Zeit sehr harmonisch (für unsere Verhältnisse)
ChatGPT-Gaslighting/Technik-Terror Manchmal ist KI nützlich, aber die Halluzinationen und Weigerungen Unvermögen zuzugeben sind nicht wirklich besser geworden.
Vanni – Die kleine Schwester mit den Scherenhänden Ich nehme mir für's neue Jahr vor sie wieder zu entblocken und noch mal zu versuchen mit ihr zu reden. Kleine Schwestern haben ein großes Arsenal an Chancen.
Meine Lieblingsbühne ist für mich geschlossen Ich suche noch einen Ersatz für meine Lieblingsbühne, aber nach Joy zurück will ich nicht mehr.
O'zapft is Ich hab nen Ordner mit dem Namen "Geplant", da sind über 40 Ordner drin... ich bin noch lange nicht fertig.
RPG Real Life - Der Endboss Wohnung liegt Ich sage immer noch das war der größte Sieg meines Lebens, ich dachte das schaffe ich nie.
Kurz zum Thema Nichtrauchen Ich hab keine Lust mehr süchtig zu sein (außer nach Zero und Pete, in gewissen Belangen).
Die "Aspiranten" Ich bin extrem schwierig, ich bin keine Schönheitskönigin, ich bin wählerisch wie die Hölle, trotzdem hatte ich immerhin vier längere Flirts dieses Jahr, mit super interessanten Leuten und ich hoffe sie finden jemanden der oder die zu ihren Macken besser passt als ich. Ich mag die Pete - Zero - Konstellation momentan, auch wenn ich offen bleibe.
Was waren bei euch für Themenblöcke relevant?
Was sind eure Schlüsse daraus?
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